Kreisverwaltung muss Flüchtlingsunterbringung auf Hallen ausweiten

Früher als erwartet sind die Flüchtlingsunterkünfte des Landes Baden-Württemberg an ihrer Belastungsgrenze angekommen, was zur Folge hat, dass auch der Landkreis Freudenstadt nun aufgrund der angekündigten hohen Zuweisungszahlen gezwungen ist, Hallen zu belegen. Bis auf Weiteres werden wöchentlich ca. 40 Personen im Kreis erwartet – in dieser Woche werden diese in der Tauchsteinhalle in Horb untergebracht werden müssen; weitere Hallenbelegungen sind aktuell in der Planung. Außerdem hat der Landkreis Wohncontaineranlagen zur mittelfristigen Unterbringung weiterer Menschen bestellt, die in zwei Kommunen im Kreis aufgestellt werden sollen. Grund des erheblichen Anstiegs ist zum einen eine tatsächliche Steigerung der in Baden-Württemberg ankommenden Menschen, sowohl aus der Ukraine als auch aus anderen Herkunftsländern, aber auch die Bereinigung der gemeldeten Fälle in Baden-Württemberg und dadurch bedingt eine höhere bundesweite Verteilung nach Baden-Württemberg sowie in der Folge in den Landkreis Freudenstadt. Letzterer hat im Vergleich zu vielen anderen Kreisen eher unterdurchschnittliche Direktzugänge im privaten Wohnraum, sodass mehr Menschen über die Landesverteilung aufgenommenb werden müssen.

Landrat Dr. Rückert dankt allen Ehrenamtlichen sowie den Vermietern von privatem Wohnraum oder Hotels und Pensionen für ihr bisheriges Engagement und hofft, dass sich noch weitere finden werden. „Wir sind sehr dankbar über die große Hilfsbereitschaft, die die ukrainischen Flüchtlinge und uns bislang erreicht hat. Landkreis und Kommunen sind aber auf der Suche nach geeignetem Wohnraum sowie im Bereich des Ehrenamts weiterhin auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen. Ich kann verstehen, dass Vermieterinnen und Vermieter Ängste haben und sich deshalb nicht bei uns melden, aber unser Amt für Migration und Flüchtlinge leistet hier gemeinsam mit dem Ehrenamt und den Kommunen Großartiges. Daher hoffe ich, dass sich weitere Bürgerinnen und Bürger unseres Landkreises einen Ruck geben und sich bereiterklären, unseren geflüchteten Mitmenschen ihre Einliegerwohnung oder das leerstehende Häusle der Großmutter zur Verfügung zu stellen.“
Gerade im Hinblick auf die bevorstehende kältere Jahreszeit ist er überzeugt, dass sich noch mehr Menschen auf den Weg nach Deutschland machen werden.

Das Landratsamt bittet die betroffenen Vereine und Schulen um Verständnis für die notwendigen Hallenbelegungen und hofft, dass die dort untergebrachten Menschen dann bald in privatem Wohnraum aufgenommen werden können. Vermieterinnen und Vermieter, die Wohnraum jeglicher Art bereitstellen können, werden gebeten, sich an das Landratsamt (migration@kreis-fds.de) oder das jeweilige Rathaus zu wenden.