badenova präsentiert Kunstwerk aus Abfall in Alpirsbach: Der „Plastikmensch“ in Alpirsbach

Vor dem Rathaus in Alpirsbach steht eine imposante, 3,50 m hohe Skulptur: Der „Plastikmensch“ von badenova. Das Kunstwerk macht auf den weltweiten Plastikkonsum aufmerksam – mit den schlimmen Folgen für die Umwelt. Bürgermeister Michael E. Pfaff und badenova-Vertreter Wolfgang Marksteiner stellten am 13. September die Skulptur der Öffentlichkeit vor.


Die Skulptur von badenova wurde vom Künstler Thomas Rees vor rund 2,5 Jahren entworfen und umgesetzt: Mit der beeindruckend hohen Figur legt Rees die Finger in die Wunde der modernen Konsumgesellschaft, in der täglich Unmengen von Plastik konsumiert werden. Ein Teil davon gelangt in die Landschaft, die Flüsse und Meere. Durch die Corona-Pandemie ist der Plastikkonsum weiter gestiegen. Für den regionalen Energie- und Umweltdienstleister badenova ein Grund, seinen „Plastikmenschen“ seit 2018 immer wieder auf Reisen zu schicken und an verschiedenen Orten zu präsentieren. Seit 13. September steht das symbol-trächtige Kunstwerk vor dem Rathaus in Alpirsbach im Nordschwarzwald. „Mit der Skulptur möchte badenova die Menschen für einen achtsameren und bewussteren Umgang mit Ressourcen und Müll sensibilisieren,“ so Wolfgang Marksteiner, Regionalmanager der badenova. „Dass der Plastikmensch auch bei uns in Alpirsbach Station macht, freut mich sehr - ich bin gespannt auf die Reaktionen unserer Bürgerinnen und Bürger. Besonders für eine Stadt wie Alpirsbach, die in besonderem Maße von einer einwandfreien Wasserqualität lebt, ist es wichtig, die Menschen auf die schlimmen Folgen für die Umwelt durch achtloses Entsorgen von Plastikmüll in Gewässern hinzuweisen. Ich hoffe, dass sowohl die Bürgerinnen und Bürger als auch die Touristen der Stadt durch diese Skulptur auf die schlimmen Folgen für die Umwelt und unser Trinkwasser aufmerksam gemacht werden können,“ sagte Michael E. Pfaff, Bürgermeister der Stadt im Landkreis Freudenstadt.


Problemthema Plastik: Plastik bleibt ein großes Problemthema, obwohl es seit Jahren verschiedenste Initiativen gab und gibt, deren Gebrauch einzudämmen und auf Ersatzstoffe umzusteigen. Seit dem Beginn der Pandemie im März 2020 stieg der Plastikmüll in Privathaushalten um zehn Prozent, berichtet das Duale System Deutschland („Der Grüne Punkt“). Die Zahlen von Statista, einem Anbieter für Markt- und Konsumdaten, sind ernüchternd: Bis zu 20 Jahre benötigt eine Einkaufstüte, die ins Meer gelangt, bis sie sich zersetzt. PET-Flaschen brauchen sogar rund 450 Jahre, bis sie im Wasser zerfallen und in Form von Mikroplastik auf den Meeresgrund sinken. Wie schädlich Mikroplastik wiederum ist und dass die kleinen Teilchen hohe Schäden am Ökosystem im Meer anrichten, ist bekannt. Im Jahr 2018 wurden weltweit 359 Millionen Tonnen Kunststoff produziert, rund 19 Millionen Tonnen in Deutschland, so Statista. Die hohen Produktionszahlen sorgen für große Mengen an Kunststoffabfällen: Deutschland liegt mit rund 39 Kilogramm Pro-Kopf über dem EU-Schnitt, der bei 33 Kilogramm liegt.


Mehr Plastik in Pandemie-Zeit: Die Gründe, warum gerade aktuell während der Pandemie der Plastikverbrauch steigt, sind nachvollziehbar: Weil Restaurant- und Kantinenbesuche wegfallen, werden allgemein mehr Lebensmittel gekauft. Auch der Anteil an To go Essen steigt. Und dieses ist häufig in Plastik verpackt. Aufgrund der Corona-Regeln sind zudem offene Speisen oftmals nicht mehr möglich, so dass immer häufiger zum Plastik gegriffen wird.


badenova arbeitet seit Jahren daran, bezüglich des Müllaufkommens und dem Umgang damit vorbildhaft zu sein und den eigenen Abfall stetig zu reduzieren. Um hier mehr Transparenz sowie mehr Effekte bei der Vermeidung zu erreichen, arbeitet badenova an einem konkreten Leitfaden, der für alle Geschäftsfelder im Unternehmen bindend sein wird. Geschäftspartner, die im Auftrag von badenova Stoffe entsorgen, werden ebenso in die Pflicht genommen. Der regionale Energiedienstleister unterstützt mit vielen innovativen Projekten schon lange Lösungsansätze gegen die unnötige Ressourcenverschwendung, auch über den Innovationsfonds für Klima- und Wasserschutz sowie im Rahmen des Schul- und Jugendmarketings. Im Zuge des Betriebsausflugs haben einige Mitarbeiter eine „Dorfputzete“ veranstaltet und bei ihrer Tour Plastik eingesammelt.


„An 14 Orten stand mein Plastikmensch bereits und hat Menschen zum Innehalten gebracht. Das macht mir Mut“, so Thomas Rees. Nun steht die Skulptur am 15. Ort, in Alpirsbach im Nordschwarzwald. Der Korpus seines Plastikmenschen besteht neben Eisen und Draht ausschließlich aus Abfall bzw. Plastik: Bunte Plastikverpackungen für allerhand Lebensmittel wie Wurst, Käse, Milch, Wasser, Eis u.v.m. werden mit dünnem Maschendraht zusammengehalten. Sogar eine Autofelge ziert das übergroße Kunstwerk. Der Speer, den die Figur in der Hand hält, hat etwas Mahnendes. Eine große Symbolkraft hat auch der aufgespießte Fisch auf dem Speer: Aus seinem Maul ragt Plastik, welcher mittlerweile in jedem Kreislauf zu finden ist. Vom Meer gelangt Plastik in den Fischmagen und von dort in den menschlichen Organismus. badenova hatte das Werk des Künstlers Thomas Rees im Rahmen der Freiburger „Clean Up Week“ im Juli 2018 ersteigert. Zentrales Thema der Aktionswoche war die fortwährende Vermüllung der Erde. Der Ersteigerungsbetrag von 5.000 Euro ging an den Verein „Making Oceans Plastic Free“.